Mit einer kaum erhofften Silbermedaille für Hochspringerin Lena Bryxi, viermal Bronze und weiteren acht Endkampf-Platzierungen kehrte die LG Staufen von den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften der A-Jugend im Sindelfinger Glaspalast zurück.

Julia Köpf

Eigentlich waren die 60 Meter für Alexandra Kitzenmaier nur als Vorbelastung gedacht. Aber über 8,04 im Vor- und 8,01 Sekunden im Zwischenlauf zog sie überraschend ins Finale ein, wo sie in 8,14 Sekunden Siebte wurde. Verena Beyer verbesserte sich zunächst von 8,22 auf 8,18 Sekunden und erreichte damit immerhin den Zwischenlauf, in dem sie dann in 8,23 Sekunden ausschied.

Eine ganz andere Lea Saur als vor einer Woche präsentierte sich über 400 Meter. Nach großem Trainingseinsatz war ein sechster Platz die Belohnung. Mit glänzenden 60,06 Sekunden schraubte sie ihre Bestzeit um nicht weniger als 3,58 Sekunden herunter! Ähnliches hatte man auch von 800-m-Spezialistin Svenja Sickinger erwartet. Zwar gelang der baden-württembergischen Vizemeisterin im Freien ebenfalls der sechste Rang. Doch die 2:21,79 Sekunden waren doch eine kleine Enttäuschung, die man sich nicht erklären konnte.

Ohne spezielle Vorbereitung ging das 4 x 200-m-Quartett an den Start. Insofern kamen die 1:47,61 und Platz 8 für Svenja Sickingen, Lea Saur, Franziska Schurr und Alexandra Kitzenmaier nicht unerwartet. Mit starken 1,81 m gewann Marie-Laurence Jungfleisch (LC Rothaus Breisgau) den Hochsprung. Hinter ihr aber sicherte sich Lena Bryxi als beste Württembergerin die Vizemeisterschaft. Erst vor einer Woche Landesmeisterin bei der B-Jugend geworden, sprang sie nun mit 1,67 m, also drei Zentimeter weniger, bei den Älteren zur Vizemeisterschaft. Mit klarem Vorsprung verwies die Bettringerin die Pforzheimerin Maximiliane Hegemann (1,60 m) auf Platz 3.

Gut in den Wettkampf fand Alexandra Kitzenmaier im Weitsprung. Im fünften Durchgang gelangen ihr bravouröse 5,72 m, womit sie ihren Hausrekord um vier Zentimeter übertraf. Nur weitere vier Zentimeter hätten zum Sieg gefehlt. Die hätte sie wahrscheinlich in ihrem letzten Versuch geschafft, wenn es nicht zu einem kuriosen Vorfall gekommen wäre. Da sie den Balken sehr präzise traf, war sich die Kampfrichterin nicht sicher, ob sie den Sprung gültig geben sollte. Daher rief sie den Schiedsrichter zu Hilfe. Dieser inspizierte den „Tatort“ sehr genau und hob dann die weiße Fahne. Währenddessen aber hatten die eifrigen Helfer mit dem Rechen die Einstichstelle des Bandmaßes bereits wieder mit Sand bedeckt. Zwar gestand man der Athletin nun einen Wiederholungssprung zu, aber der ergab eben nur noch 5,66 m. Damit musste sie sich mit Bronze zufrieden geben. Maike Wolf kam mit 4,80 m auf Rang 13.

Eine glänzende Vorstellung sah man auch wieder von Dreispringerin Julia Köpf. Schon im ersten Versuch steigerte sich die baden-württembergische B-Jugend-Hallenmeisterin um zehn Zentimeter auf 11,37 m. Im letzten Durchgang hüpfte sie sogar auf hervorragende 11,64 m hinaus und verdrängte damit noch eine Konkurrentin vom Bronzeplatz. Ihre Weite ist nur noch 21 Zentimeter von der Norm für die deutschen A-Jugend-Hallenmeisterschaften entfernt! Nicht weit weg von ihrem Hausrekord landete Maike Wolf im Sand. Mit ordentlichen 10,55 m wurde sie Achte.

Die dritte Bronzemedaille für die LG-Mädchen erkämpfte sich Kugelstoßerin Cassandra Lüder. Von ihrem Trainer Dirk Rösiger erneut sehr gut eingestellt, übertraf sie gleich mit ihrem ersten Stoß von 12,31 m die DM-Norm um einen Zentimeter. Im dritten Durchgang erfolgte eine Steigerung auf 12,58 m. Sogar auf 12,95 m donnerte sie das Gerät im sechsten Versuch hinaus. Damit verbesserte die Bettringerin ihre persönliche Bestleistung um fünfzehn Zentimeter.

Bei der männlichen Jugend wartete Sprinter Martin Schönbach mit einer überzeugenden Leistung auf. Schon im Vorlauf blieb der B-Jugend-Hallenregionalmeister mit 7,13 Sekunden im 60-m-Rennen unter der DM-Norm der A-Jugend (7,15). Im Zwischenlauf steigerte er sich auf 7,10 Sekunden und zog mit der fünftbesten Zeit als einziger B-Jugendlicher ins Finale ein. Hier produzierte er (wie üblich) den ersten Fehlstart. Beim zweiten Schuss blieb er dann zu lange unten und verpasste mit 7,22 Sekunden eine bessere Platzierung als Rang 7.

Eine Klasse-Leistung zeigte Markus Kuntner über 400 Meter. Mit 52,06 Sekunden unterbot er seinen bisherigen Hausrekord um sieben Hundertstel und wurde im Gesamtergebnis aller Zeitläufe Neunter. Grund zum Jubeln gab es für die LG-Fans auch an der Stabhochsprung-Anlage, wo Trainer Valeri Wolf seine Schützlinge zu neuen Höhenflügen animierte. Tobias Kerker egalisierte im zweiten Anlauf mit 4,10 m seine Bestleistung, kam danach problemlos über 4,20 m und im dritten Versuch sogar über 4,30 m, womit ihm die Bronzemedaille nicht mehr zu nehmen war. Hinter ihm ordnete sich B-Jugend-Landesmeister Kevin Aichholz auf Rang 4 ein. Der Lorcher verbesserte sich um zehn Zentimeter auf starke 4,20 m.

Der Weitsprung schließlich reihte sich ebenfalls ein in die Liste der positiven Ergebnisse. Julian Barth war mit Rang 6 bester B-Jugendlicher. Mit den 6,53 m im ersten Durchgang hatte er schon den Einzug in den Endkampf geschafft. Hier gelang ihm dann ein glänzender Sprung auf 6,75 m hinaus. Damit übertraf der Böbinger seinen eigenen Hallenrekord um vier Zentimeter. Mit den Leistungen von Sindelfingen darf sich die LG Staufen auf die süddeutschen Titelkämpfe am kommenden Wochenende in Hanau freuen.

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