Es war eine aufregende Nacht für Fern-Trainer Fred Eberle, als er per Live-Ticker den Auftritt seines Schützlings Alexander Ziegler bei den amerikanischen Hochschulmeisterschaften in Des Moines (Iowa) verfolgte.
Das Mitglied der LG Staufen studiert in den Vereinigten Staaten und ging bei den NCAA-Championships für seine Hochschule Virginia Tech im Hammerwerfen an den Start. Da es in den USA kein Vereinssystem in unserem Sinn gibt, organisieren die Colleges im Wesentlichen das dortige Wettkampfsystem. Da diese sehr großzügig Stipendien an ausländische Studenten vergeben, war im Drake Stadium in vielen Disziplinen absolute Weltklasse am Start.
Alexander Ziegler begann mit 70,25 m und hatte dann einen ungültigen Versuch. Mit 70,32 m beendete er danach den Vorkampf. Im vierten Durchgang steigerte er sich auf die Saisonbestweite von 72,09 m. Der fünfte Wurf des süddeutschen Meisters ging noch weiter, landete jedoch rechts vom Sektor im Aus. Bis dahin war immer noch sein Teamkamerad Marcel Lomnicky, der slowakische EM-Teilnehmer, mit 72,35 m in Führung. Doch im letzten Durchgang vermochte Ziegler zu kontern. Mit glänzenden 72,69 m riss er das Eisen noch aus dem Feuer und sicherte sich den Sieg vor seinem Trainingspartner Lomnicky und dem Titelverteidiger Walter Henning (Louisiana State University) mit 69,03 m.
Sieht man vom Gewinn der Bronzemedaille bei den U 23-Europameisterschaften ab, ist der Sieg bei den US-Studentenmeisterschaften wohl der größte Erfolg in der Laufbahn des 23-Jährigen, der den von ihm selbst gehaltenen württembergischen Rekord nur um 99 Zentimeter verfehlte. Dass er zu Saisonbeginn einen Bänderriss erlitten hatte, war ihm in Des Moines nicht mehr anzumerken.
Am morgigen Donnerstag kehrt Alex Ziegler nach Deutschland zurück, um sich am Wochenende bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften in Oberkirch den Titel zu holen. Wenn ihm der Jetlag nicht zu sehr zusetzt, müsste dies auch möglich sein.

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