LG_Staufen_S.Sickinger_030807b.jpg

Überwiegend Positives nahmen die Fans der LG Staufen von den deutschen Jugendmeisterschaften im Ulmer Donaustadion mit nach Hause. Vierte Plätze von Dreispringerin Laura Geyer und Speerwerfer Patrick Hess überstrahlten die guten Leistungen der Rot-Weißen.

Eine hervorragende Organisation der Gastgeber und – abgesehen von einem Regenguss am ersten Tag – sehr ordentliches Leichtathletikwetter waren die Grundlage für hochkarätige Ergebnisse der Schützlinge von Lutz Dombrowski, Fred Eberle und Hans Knoth. Allenfalls die beiden A-Jugendlichen haderten etwas mit ihrem Schicksal. So hatte Andreas Treß im Vorlauf über 110 m Hürden einen glänzenden Start und hielt bis zur Hälfte des Rennens gut mit. Als ein Konkurrent unmittelbar neben ihm immer näher kam, ließ sich der Zehnkämpfer jedoch irritieren, touchierte die sechste Hürde, rannte voll in die siebte und gab entnervt auf. Ohnehin wäre es schwer genug geworden, unter den Spezialisten die nächste Runde zu erreichen.

Hammerwerfer Raphael Krätschmer verzog den ersten Wurf etwas zu weit nach links und erreichte 51,84 m. Bei den nächsten beiden Durchgängen versuchte es der baden-württembergische Vizemeister mit Gewalt, was prompt daneben ging. Um in den Endkampf zu gelangen, hätte der Pfahlbronner seine persönliche Bestleistung von 55,48 m schon übertreffen müssen. Das war an diesem Tag einfach zu viel verlangt. Aber auch ein zehnter Platz bei einer deutschen Meisterschaft will erst einmal erreicht sein.

Gleich beim ersten Versuch ließ es Dreispringerin Laura Geyer krachen. Mit großartigen 12,26 m übertraf sie ihre seitherige Bestmarke um acht Zentimeter und hatte damit den Finaleinzug praktisch schon in der Tasche. Nach 11,82 m und 12,18 m war der Gegenwind im Endkampf dann so stark, dass keine Verbesserung mehr möglich war. Nach Position 8 bei den letztjährigen B-Jugend-Meisterschaften und Platz 5 bei den diesjährigen Hallentitelkämpfen der A-Jugend war nunmehr Rang 4 der bisherige Höhepunkt in der Laufbahn der 18-Jährigen.

Während sie gleich im ersten Versuch alles klar machte, ließ es Patrick Hess im Speerwerfen der B-Jugend auf eine Zitterpartie ankommen, die Fred Eberle einige Nerven kostete. Mit seinen 61,60 m aus dem ersten Durchgang rutschte der Dritte der deutschen Winterwurfmeisterschaften hier als Achter nämlich gerade mal mit neun Zentimetern Vorsprung vor dem Neunten noch in den Endkampf. Wie eine Erlösung kam dann doch im vierten Durchgang ein großartiger Wurf von 68,23 m, mit dem der Wißgoldinger seinen Hausrekord von 66,99 m klar übertraf. Als Jüngster des Finales eroberte der 16-Jährige damit ebenfalls den vierten Platz. Fred Eberle war denn mit der Platzierung auch hoch zufrieden, aber: „An der Stabilität müssen wir noch gewaltig arbeiten. Patrick muss einfach noch sicherer werfen!“

Bei der weiblichen Jugend B sah man einen imponierenden 200-m-Vorlauf von Alexandra Kitzenmaier. Mit prächtigen 25,35 Sekunden stellte sie ihre persönliche Bestzeit ein und wurde im vierten von fünf Vorläufen mit vier Hundertstel Rückstand Zweite. Die Siegerin des dritten Vorlaufes kam mit ihren 25,39 Sekunden automatisch in den A-Endlauf. So hatte die Waldstetterin das ungewöhnliche Pech, dass sie mit der insgesamt achtbesten Zeit nur das B-Finale erreichte. Dort waren die Beine dann schwer geworden. Hinzu kam die relativ ungünstige Bahn 6. Als schnellster Vorläuferin in diesem Rennen hätte ihr eigentlich die dritte oder vierte Bahn zustehen müssen. Jedenfalls rollte es nun nicht mehr ganz so gut und mit 25,94 Sekunden musste sie mit Rang 6 zufrieden sein.

Ein sensationelles Rennen zeigte Svenja Sickinger im Vorlauf über 800 m. Mit der schlechtesten Bestzeit aller 21 Starterinnen (2:18,04 Minuten) angereist, hielt sie ständigen Kontakt zu dem Führungstrio, das sich schnell aus dem Staub gemacht hatte und ließ bis zum Ziel nicht locker. Als Vierte wurde sie in kaum glaublichen 2:15,83 Minuten gestoppt, was Lutz Dombrowski zu der Aussage veranlasste: „Als ich das an der Anzeigetafel las, haben mir die Augen getränt. Das war unglaublich stark!“ Im Gesamtergebnis wurde die Bettringerin damit Elfte. Zum Einzug ins Finale hätten 2:15;57 Minuten gereicht. Ein Treppenwitz am Rande: Wäre Svenja Sickinger bei der A-Jugend gestartet, hätte sie dort mit ihrer Zeit den Endlauf geschafft!

Eine eindrucksvolle Vorstellung lieferte in dem am stärksten besetzten Vorlauf auch das 4 x 100-m-Quartett der weiblichen Jugend B ab. Hinter dem späteren deutschen Meister TuS Jena (47,48) und dem nachmaligen Vizemeister TSV Bayer Leverkusen (48,57) wurden Isabell Blumenstock, Lea Saur, Christine Trompisch und Alexandra Kitzenmaier in erstklassigen 48,92 (bisher 49,23) Sekunden Dritte und zogen ziemlich unerwartet mit der insgesamt zehntbesten Zeit in das B-Finale ein. Dort wurde die LG-Staffel dann in 49,33 Sekunden immerhin noch Vierte.
Probleme bekam Kugelstoßerin Cassandra Lüder schon im Vorfeld der deutschen Meisterschaften. Nachdem sie sich eine Rippenverletzung zugezogen hatte, musste sie in den letzten zwei Wochen auf das Techniktraining verzichten. Unter diesen Umständen schlug sich die Regionalmeisterin achtbar. Mit 11,18 m belegte die Bettringerin letztendlich Rang 16. Dies tat der guten Stimmung im Staufen-Lager jedoch keinen Abbruch. LG-Sportwart Ralf Hepperle zollte seinen Athleten jedenfalls höchsten Respekt.