Mit fünf Siegen war die LG Staufen einer der erfolgreichsten Vereine beim 17. landesoffenen Sprung-Meeting in Esslingen-Rüdern. Auf dem Sportgelände bei der Katharinenlinde überraschte Tobias Eberhardt im Stabhochsprung der Männerklasse.

Nach einjähriger Verletzungspause meldete sich der 20-Jährige mit genau 4,00 Metern zurück, die er im ersten Versuch meisterte. Er schlug damit Florian Berreth (LG Filder), der dieselbe Höhe erst beim dritten Anlauf überquerte. Matthias Barth gewann zwar den Dreisprung mit 14,17 m; der baden-württembergische Hallenmeister hatte sich aber mehr versprochen. Die kühlen Temperaturen waren jedoch wenig leistungsfördernd.

Im Stabhochsprung der Frauen wurde Carolin Suckel Zweite. Die Regionalmeisterin verbesserte ihren Hausrekord seit ihrer Zugehörigkeit zur LG um zehn Zentimeter auf 3,30 m. Zu ihrer absoluten Bestmarke fehlen jedoch immer noch 20 cm. Miriam Morhard wurde nach langer Wettkampfpause mit 3,00 m Dritte.

Im Dreisprung der männlichen Jugend A belegte Patrick Kerker mit 12,09 m den zweiten Platz. Den Stabhochsprung der B-Jugend gewann Kevin Aichholz. Der vorjährige württembergische Schülermeister steigerte seine Freiluft-Bestleistung um zehn Zentimeter auf 3,80 m.

Fortschritte gab es auch bei Maike Wolf. Im Dreisprung der weiblichen Jugend B übertraf sie schon im ersten Durchgang mit 10,21 m ihre seitherige Bestleistung um 19 cm. Ihr zweiter Versuch trug sie sogar auf 10,50 m hinaus, womit sie den Wettbewerb klar dominierte. Der Dreisprung der Schülerinnen W 15 war eine klare Sache für Julia Köpf. Die württembergische Hallenmeisterin siegte mit 10,47 m und weckte damit Hoffnungen für die kommenden Ereignisse.

„Die Mehrkampf-Hochburg LG Staufen lebt!“ Das war die Quintessenz, die WLV-Delegationsleiter Fred Eberle am Ende des deutschen Junioren-Cups und der baden-württembergischen A-Jugend-Mehrkampfmeisterschaften in Bernhausen zog.

Die Titelgewinne von Andreas Treß im Fünf- und Zehnkampf, der Sieg im Mannschaftszehnkampf der männlichen Jugend und die Vizemeisterschaft der Siebenkämpferinnen unterstützten diese These nachdrücklich. Wobei es zwei elend lange Tage im Fleinsbachstadion waren, nachdem die übergroßen Teilnehmerzahlen jeden Zeitplan zur Makulatur werden ließen.

Allein 34 Athleten traten zum Fünfkampf der männlichen Jugend an. Als Vizemeister 2007 gehörte Andreas Treß natürlich zum engeren Favoritenkreis. Zum Auftakt verfehlte er mit 11,27 Sekunden über 100 Meter seine Bestzeit nur um eine Hundertstelsekunde. Er war damit genauso Bester wie mit seinen 6,86 m im Weitsprung. Mit der Kugel steigerte er sich um 17 cm auf 13,56 m. Im Hochsprung überquerte er 1,82 m. Dass ausgerechnet ihm die 400-m-Innenbahn zugelost wurde, war jedoch Gift für seine langen Beine. Dennoch lief er ein furioses Rennen und stellte mit 50,19 Sekunden (bisher 50,32) eine grandiose Bestzeit auf, die von keinem erreicht wurde.

Damit übertraf Treß mit 3733 Punkten seine seitherige Bestleistung im Fünfkampf um 135 Zähler und schrammte am Kreisrekord von Arthur Abele nur um 41 Punkte vorbei! Den Zweiten, Ulrich Lägler (Unterländer LG), ließ er um 56 Punkte hinter sich. In der Junioren-Cup-Wertung der Landesverbände wurde Treß im Einzel Sechster und mit dem B-W-Team Dritter hinter Nordrhein und Hessen. Jörg Eisele wartete mit persönlichen Bestleistungen im Kugelstoßen (12,24 m), Hochsprung (1,82 m) und 400-m-Lauf (54,35) auf. Dafür wurde er mit 3185 Punkten und Platz 9 belohnt.

Die Sensation schlechthin gelang Tobias Kerker im Hochsprung. Mit einer Bestleistung von 1,70 m (Halle 1,80 m) angereist, überquerte er großartige 1,85 m und war damit zweitbester Springer der Konkurrenz. Mit 3072 Punkten übertraf der Mutlanger seinen Hausrekord um 271 Zähler und wurde Zwölfter. Für seinen Bruder Patrick gab es Bestleistungen mit der Kugel (10,83 m), über 400 m (55,61) und im Fünfkampf (2919 P.), was Rang 16 bedeutete.

Am zweiten Tag verfehlte Andreas Treß mit 14,75 Sekunden über 110 m Hürden seine Bestzeit nur um zwei Hundertstel, warf den Diskus 36,74 m, erzielte im Stabhochsprung 3,90 m und verbesserte sich mit dem Speer auf 46,43 m. Vor dem abschließenden 1500-m-Rennen erklärte ihm Trainer Fred Eberle mit Blick auf seine Bestzeit von 4:44,33 Minuten: „Wenn du unter 4:43 läufst, kannst du die 7000-Punkte-Grenze knacken!“ Das ließ sich der 19-Jährige nicht zweimal sagen. In einem Rennen, das wirklich an die Substanz ging, lieferte er sagenhafte 4:39,04 Minuten ab, was letztendlich herausragende 7024 Punkte (bisher 6722) erbrachte. Platz 5 in der DLV- und Gold in der Baden-Württemberg-Wertung des Zehnkampfes waren der Lohn. Bronze gab es noch für das B-W-Team.

Für Tobias Kerker gab es neue Hausrekorde mit Diskus (37,61 m) und Speer (46,96 m), im 1500-m-Lauf (4:49,96) und im Zehnkampf (6110). Damit rückte er auf den siebten Platz vor. Für ihn galt ebenso wie für Jörg Eisele die Devise von Lutz Dombrowski: „Wenn ihr die 1500 Meter unter fünf Minuten lauft, reicht es für 6000 Punkte!“ Auch der Wißgoldinger, der zuvor mit 15,80 Sekunden eine neue Hürdenbestzeit aufgestellt hatte, verbesserte sich auf der Mittelstrecke um volle elf Sekunden auf 4:50,01 Minuten und wurde mit 6077 (vorher 5640) Punkten Achter. Patrick Kerker verbesserte sich im Diskuswurf auf 31,62 m und im Zehnkampf von 5180 auf 5464 Punkte. Damit landete er auf Rang 15.

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Die Zehnkampf-Mannschaft der LG Staufen (Treß, T. Kerker, Eisele), im Vorjahr mit 17 486 Punkten Zweiter, siegte ziemlich überraschend mit glänzenden 19 211 Punkten und erfüllte die Norm für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften (16 500) Ende August in Hannover mehr als deutlich. Diebisch freuten sich die Gmünder Jungs über die Niederlage des favorisierten TUS Metzingen (19 157), die nach eigener Aussage eigentlich angetreten waren, um den fünfzehn Jahre alten württembergischen Rekord der LG Staufen (19 632) wegzuputzen.

Mit einer schweren Hypothek waren die Mädchen der LG Staufen angetreten. Nachdem Titelverteidigerin Laura Geyer zu spät vom Trainingslager zurückkam und Christine Trompisch immer noch an Rückenbeschwerden laboriert, fielen zwei Leistungsträgerinnen aus, und die übrigen drei Athletinnen wussten, dass damit keine Streichwertung mehr zur Verfügung stand.

Aber Alexandra Kitzenmaier begann gleich mit drei persönlichen Bestleistungen über 100 m Hürden (15,36), im Hochsprung (1,52 m) und im Kugelstoßen (9,25 m). Mit den 26,20 Sekunden über 200 m holte sie im Vierkampf 2699 (seither 2549) Punkte heraus und bekam die Bronzemedaille, wobei sie unter den A-Jugendlichen die beste B-Jugendliche war. Als Mitglied des baden-württembergischen Trios gewann sie den DLV-Juniorencup vor Schleswig-Holstein und Sachsen. Auch Lea Saur bestritt ihren ersten A-Jugend-Vierkampf und wurde mit feinen 2536 Punkten Sechste. Nesthäkchen Franziska Schurr tat sich zwar mit den hohen Hürden etwas schwer, schlug sich jedoch tapfer und kam mit 2141 Punkten auf Rang 19.

Ihre zweite Bronzemedaille holte Alexandra Kitzenmaier im Siebenkampf mit großartigen 4569 Punkten (bisher 4459 P.). Damit erfüllte sie problemlos die DM-Norm von 4300 Punkten. Ohne den Balken zu treffen, sprang sie 5,41 m weit, warf den Speer 27,22 m und lief die 800 m in exzellenten 2:23,82 Minuten. Auch hier lag sie in der Verbändewertung mit dem B-W-Team auf Platz 1.

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Mit dem „falschen“ Fuß sprang Lea Saur 5,02 m weit und eroberte mit 4156 Punkten erneut den sechsten Platz. Bravourös kämpfte sich Franzi Schurr noch auf den zehnten Platz nach vorne. Mit Bestleistungen im Weitsprung (5,00 m) und über 800 m (2:32,38) kam sie auf 3774 Punkte. Lutz Dombrowski war voll des Lobes: „Auf sie bin ich besonders stolz. Wie sie dem Druck standgehalten hat, war großartig!“

Dass es somit für die Siebenkampf-Mannschaft der LG Staufen hinter dem TSV Baden Östringen (12 792) mit 12 499 Punkten unter den gegebenen personellen Schwierigkeiten klar vor der LG Leinfelden-Echterdingen (10 464) zur Vizemeisterschaft und sogar zur Qualifikation für Hannover (Norm 12 000) gereicht hat, war einer der emotionalen Höhepunkte dieser Veranstaltung.

Auf Einladung startete Alexander Ziegler (LG Staufen) bei einem Hammerwurfmeeting im ostfriesischen Holtland. Mit prächtigen 66,68 m belegte der Dritte der deutschen Juniorenmeisterschaften dabei den zweiten Platz.

Aus dem Nichts tauchte der Sieger auf. Sergej Litvinov, Sohn des ukrainischen Vize-Europameisters von 1986 in Stuttgart, erhielt plötzlich das Startrecht für die LG Eintracht Frankfurt und erzielte prompt mit 75,35 m eine Weltklasse-Leistung für Junioren. Alexander Ziegler ließ sich von den Gerüchten und Diskussionen um dessen Einbürgerung bzw. Startberechtigung nicht irritieren und erzielte die beste Serie seiner Laufbahn. Alle sechs Versuche gingen über 64 Meter hinaus, davon drei über 66 m. Im vierten Durchgang flog das Gerät auf 66,68 m. Damit blieb Ziegler nur 64 cm unter seinem Regionalrekord und verwies den Münchner Jerrit Lipske (65,34 m) auf den dritten Rang.

Trainer Fred Eberle freute sich über die Konstanz seines Schützlings und ist sich im Klaren: „Irgendwann muss da auch der württembergische Rekord fallen. Die 68,94 m von Andreas Eder sollten nach 23 Jahren endlich gelöscht werden!“

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Mancher Zaungast wunderte sich in den letzten Wochen über einen 1,88 Meter großen Hünen, der im Gmünder Stadion des Beruflichen Schulzentrums beim Training der LG Staufen Fred Eberle und Lutz Dombrowski assistierte. Kein Zweifel, es handelte sich um Speerwerfer Peter Esenwein, vor vier Jahren Olympiateilnehmer in Athen.

Und der mittlerweile 40-Jährige hat einen Traum: Nach der EM in Göteborg, die er als Sechster beendete, und der WM in Osaka vergangenes Jahr möchte er in Peking seine zweiten Olympischen Spiele erleben. „Es macht einfach noch zu viel Spaß. Die Motivation ist ungebrochen“, sagte der für das LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg startende Athlet in einem Interview.

Eigentlich wollte er beim Meeting vor seiner Haustüre in Rechberghausen am 1. Mai die Saison beginnen. Das erwies sich jedoch als zu früh, nachdem er sich im Anschluss an ein Trainingslager in Südafrika einer Leistenoperation unterziehen musste. Jetzt will er allerdings in den nächsten Tagen, wie schon 2004 und 2007, bei Meetings in Brasilien ins Geschehen eingreifen. Mit guten Leistungen möchte er sich für das ISTAF in Berlin empfehlen und möglichst auch die Norm von 81 Metern, die der DLV zweimal verlangt, erfüllen.

Nachdem Peter Esenwein beruflich kürzer tritt, um sich verstärkt auf den Leistungssport konzentrieren zu können, hat ihn der Württembergische Leichtathletikverband als Honorartrainer angestellt. „Präsident Jürgen Scholz und sein Stellvertreter Fred Eberle haben das in die Wege geleitet.“ Zuständig für das Stützpunktraining in Schwäbisch Gmünd und Ulm, kann er sich eine solche Aufgabe auch nach Beendigung seiner Laufbahn vorstellen.

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Den C-Trainer-Schein hat er bereits in der Tasche, die B-Trainer-Prüfung wird er demnächst in Angriff nehmen. In Gmünd trainiert er jeden Mittwoch nicht nur die Kader-Athleten, sein Augenmerk gilt auch den Schülern, die sich darüber natürlich besonders freuen. Profitieren können auch Patrick Hess, der zu den besten B-Jugendlichen in Deutschland gehört, und Jonathan Seidel, der seitdem Riesenfortschritte gemacht hat. „Das ist eine wirkliche Entlastung für mich“, meint etwa Lutz Dombrowski.

Die Umstellung seines beruflichen Alltags bedeutet für ihn „mehr Zeit um qualitativ zu trainieren.“ Dies geschieht von seinem Wohnort Holzhausen aus im benachbarten Stadion von Uhingen, beim Krafttraining in Göppingen und im Olympia-Stützpunkt Stuttgart. Unterstützt wird Esenwein, der selbst keinen Trainer hat, von seinen Eltern, seiner Freundin und Fred Eberle, „mit dem ich mich oft austausche“.

Dass er mit vierzig Jahren zu alt sein könnte, stellt er in Abrede. „Wenn ich im Training sehe, dass ich in manchen Bereichen immer neue Bestleistungen aufstelle, bin ich motiviert.“ Mit seinen 2004 in Rehlingen erzielten 87,20 Metern nimmt er Platz 4 in der ewigen deutschen Bestenliste ein. Und wenn es gut läuft und er gesund bleibt, könnte sich Peter Esenwein sogar noch eine Teilnahme in Berlin vorstellen, sagt er im Hinblick auf die 2009 bevorstehende Heim-WM.

Einziger Vertreter der LG Staufen beim traditionellen B-Jugend-Länderkampf in Brixen war diesmal Speerwerfer Patrick Hess in der baden-württembergischen Mannschaft. Der deutsche Winterwurf-Vizemeister war seinen zwölf Konkurrenten haushoch überlegen und siegte mit grandiosen 70,11 Metern.

Der 16-jährige Wißgoldinger verbesserte bei der 27. Auflage des Brixia-Meetings damit seine Saisonbestleistung um 88 cm. Seinen Hausrekord aus dem Vorjahr verpasste er nur um sechs Zentimeter, den württembergischen Rekord von Arthur Abele um 15 cm. Wie klar Hess seine Gegner beherrschte, sieht man an den Ergebnissen auf den weiteren Plätzen: 2. Matevz Majcen (Slowenien) 64,97 m, 3. Damiano Coassin (Friaul-Venezia) 60,23 m, 4. Jochen Perner (Bayern) 58,26 m.

In der Gesamtwertung des Länderkampfes lag Seriensieger Baden-Württemberg mit 313 Punkten erneut vorne, was natürlich besonders den Delegationsleiter, WLV-Jugendwart Günter Mayer (Alfdorf-Adelstetten), freute. Bayern wurde mit 290,5 Punkten Zweiter vor der Lombardei (277) und dem Veneto (264). Die Veranstaltung genoss diesmal besondere Aufmerksamkeit, weil sie die Generalprobe für die 2009 an derselben Stelle stattfindenden U 18-Weltmeisterschaften darstellte.

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Mit glänzenden 14,63 m gewann Matthias Barth (LG Staufen) den Dreisprung bei den 8. Heidelberger Qualifikationstagen. Der baden-württembergische Hallenmeister hatte eine ausgezeichnete Serie mit vier Sprüngen über 14 Meter. Den Meetingrekord verfehlte der 22-jährige Bettringer nur um acht, seine persönliche Bestleistung um sieben Zentimeter. Aus beruflichen Gründen kann er diesmal nicht am Trainingslager der LG Staufen in Nymburk bei Prag teilnehmen, das heuer in den Pfingstferien stattfindet.