Als letzte Bestenliste veröffentlichte der DLV die der Junioren. Sie enthält lediglich die dreißig Besten dieser Altersklasse. Achtmal und damit einmal mehr als 2006 ist die LG Staufen dieses Mal in den „Charts“ vertreten.

Am weitesten nach vorne konnte sich unser Hammerwerfer Alexander Ziegler schieben. Der Dritte der deutschen Juniorenmeisterschaften stand am Ende des Jahres an hervorragender fünfter Stelle mit seinem Regionalrekord von 66,22 m. Matthias Barth darf in seinem letzten Juniorenjahr als zehntbester Dreispringer stolz sein. Der baden-württembergische Juniorenmeister erzielte 14,70 m. Zudem behauptete er sich im Weitsprung mit 7,21 m auf Platz 25.

Überraschend setzte sich Kugelstoßer Benedikt Englert mit 14,93 m auf Rang 21 durch. Nachdem ihm sein Studienort St. Gallen offenbar nicht weit genug vom Schwabenland entfernt war, hat er sich jetzt übrigens für ein Semester nach Kanada verabschiedet. Somit kann er seinen Titel als Regionalhallenmeister leider nicht verteidigen.

Sensationell, dass sich unser baden-württembergischer B-Jugend-Meister im Speerwerfen, Patrick Hess, mit dem schwereren Gerät sogar bei den Junioren auf Platz 22 festsetzen konnte. 65,62 m standen bei ihm zu Buche. Rang 24 nimmt der A-Jugendliche Raphael Krätschmer im Hammerwerfen mit 49,06 m ein.

Bei den Juniorinnen befindet sich im Dreisprung Laura Geyer, die baden-württembergische Jugendhallenmeisterin, mit 12,28 m auf Platz 15. Die Jugendstaffel über 4 x 400 m (Christine Schnur, Svenja Sickinger, Alexandra Kitzenmaier, Lea Saur) belegt mit ihren 3:55,62 Minuten Rang 18.

 

Der Nachwuchs der LG Staufen mischt bundesweit mit. Wie aus den nun vom DLV veröffentlichten Bestenlisten 2007 der Deutschen Jugend- und Schülermannschaftsmeisterschaften hervorgeht, schafften zwei Teams sogar den Sprung unter die zehn Besten.

Die Schüler M 15/14 erreichten mit 11 247 Punkten ebenso den neunten Platz wie die Schüler M 13/12 mit 6757 Punkten. Fast genau so gut, nämlich als Elfte, sind die weibliche Jugend A mit 10 825 Punkten und die Schülerinnen W 15/14 mit 9209 Punkten notiert. Die Nummer 15 in Deutschland stellt die männliche Jugend A mit 14 733 Punkten dar. Rang 27 nehmen die Schülerinnen W 13/12 mit 6750 Punkten ein. Die Schüler M 11/10 schließlich nehmen mit 4496 Punkten Position 31 ein.

 

Der Jahreswechsel gibt natürlich auch bei den Sportlern Anlass, ein Fazit über die vergangene Saison zu ziehen. Bei den Leichtathleten der LG Staufen fällt dieses durchaus erfreulich aus.

2007 durfte man jubeln über 79 Kreismeistertitel, 88 Regionalmeisterschaften, 16 württembergische, neun baden-württembergische und zwei süddeutsche Meister. Zwölfmal gelangten LG-Athleten in den Endkampf bei deutschen Meisterschaften.

Als zum Jahresende 2004 der damalige Vorsitzende Uwe Schmid zurücktrat, geriet der Verein zunächst in eine sportliche Krise. 2005 war man nur noch 37-mal in den deutschen Bestenlisten vertreten. 2006 konnte man dann schon 52 Nennungen verzeichnen. Und 2007 darf sich die neue Vorsitzende Brigitte Scheloske nun bereits über 62 Platzierungen freuen.

Dies macht sich auch in der Rangliste der besten deutschen Vereine bemerkbar, die nach wie vor vom TSV Bayer Leverkusen mit unschlagbaren 367 Plätzen dominiert wird. Bester württembergischer Club ist auf Rang 15 das LAZ Salamander Kornwestheim mit 115 Nennungen. Es folgen aus WLV-Sicht auf den Rängen 21 und 33 LAV asics Tübingen (94) und der SSV Ulm 1846 (66). Schon dicht dahinter befindet sich die LG Staufen auf Platz 35 (62).

Damit haben die Rot-Weißen gegenüber dem Vorjahr zehn Plätze gut gemacht. Sie sind vorbeigezogen an so klangvollen Namen wie der LG München (60, dem neuen Verein von Tim Lobinger), SCC Berlin (57), ASV Köln (50), VfL Sindelfingen (48), LG Braunschweig (45) oder dem ASC Darmstadt (42).

Die Hoffnungen der LG Staufen ruhen in erster Linie auf ihren vierzehn Kaderathleten. Einziges Mitglied im B-Kader ist Hammerwerfer Alexander Ziegler, der Dritte der deutschen Juniorenmeisterschaften. Im D/C-Kader steht der viel versprechende Speerwerfer Patrick Hess. Dem D-Kader gehören an: Martin Schönbach und Alexandra Kitzenmaier (100 und 200 m), Sarah-Lea Effert (Sprint Schülerinnen), Sven Zellner (110 m Hürden), Laura Geyer und Julia Köpf (Dreisprung), Lena Bryxi (Hochsprung), Saskia Rösiger (Hammerwurf), Julian Barth und Andreas Treß (Zehnkampf). Zum L-Kader zählen schließlich Stefan Köpf (Weitsprung) und Matthias Barth (Dreisprung).

 

Zum Jahresende gibt es in der Leichtathletik traditionell ein Kommen und Gehen. Vereinswechsel sind nämlich nur zum 1. Januar möglich. Auch in der LG Staufen tut sich wieder einiges. Als spektakulär kann man jedoch allenfalls den Weggang von Weitspringerin Sofia Schulte bezeichnen.

Die Schwäbisch Gmünder Sportlerin des Jahres 2006 hat in der vergangenen Saison aus Verletzungsgründen nicht einen einzigen Start absolviert. Mit 31 Jahren hat sie wohl auch den Höhepunkt ihrer Karriere hinter sich und ob sie noch einmal an ihrer früheren Erfolge anknüpfen kann, ist doch sehr fraglich. Jetzt schließt sie sich in ihrer Heimatstadt Hamm der dortigen LG an.

Sofia Schulte, Olympiateilnehmerin in Sydney 2000 und EM-Achte 2002, gehörte der LG Staufen drei Jahre lang an. Da sie in Westfalen weiterhin lebte und trainierte, war es größtenteils eine Fernbeziehung. Dennoch fühlte sie sich in der LG wohl und freute sich vor allem über ihre Einsätze in der Sprintstaffel, mit der sie 2005 bei den baden-württembergischen Meisterschaften im Freien und in der Halle jeweils Zweite wurde und bei den deutschen Hallenmeisterschaften sogar Bronze holte. In diesem Jahr wurde sie auch zweifache Landesmeisterin im Weitsprung und stellte mit 6,54 Meter einen neuen Bezirksrekord auf. Ihren größten Erfolg im rot-weißen Trikot erzielte sie 2006, als sie in Karlsruhe mit 6,35 Meter deutsche Vizemeisterin in der Halle wurde.

Diesem einzigen Abgang stehen acht Zugänge gegenüber. Vom LAV ASICS Tübingen kehrt Hammerwerfer Jan Dinser-Mayer zurück. Der 33-Jährige steht mit seinen 49,43 m immerhin noch an achter Stelle der württembergischen Bestenliste. Er kennt die LG Staufen ja von früher her noch gut und ist auch bereits als Nachwuchstrainer im Verein tätig.

Von der LG Brenztal kommt der Regionalmeister im Zehnkampf, Peter Häußler. Der 23-Jährige erzielte 5468 Punkte, womit er auf Rang 19 in der WLV-Bestenliste steht. Zusammen mit Tobias Bühner und Joachim Hof wäre somit auch wieder eine Zehnkampf-Mannschaft komplett. Mit Häußler wechselt auch die B-Jugendliche Carina Rehm von den Brenztälern auf die Ostalb. Sie ist im Dreisprung Siebte der WLV-Rangliste.

Verstärken konnte sich auch die Schüler-Abteilung. Von der DJK Ellwangen/ SG Virngrund kommt die starke Siebenkämpferin Freya Stonawski, die mit 3491 Punkten in Württemberg an sechster Stelle der Klasse W 14 liegt. Bei den Schülerinnen B erlitt der VfL Iggingen gleich einen vierfachen Aderlass. Besonders weh tut wohl der Verlust von Lisa Ostertag, die in W12 zweitbeste Weitspringerin (5,02 m) und viertschnellste 75-m-Sprinterin (10,25 Sekunden) im ganzen Ländle war. Sie wird begleitet von ihren Freundinnen Tina Brenner, Isabelle Stieglitz und Celine Ströhle. Das Quartett wird jetzt die DSMM-Mannschaft der LG Staufen verstärken.

Schmerzlich ist für die Region auch der Verlust von zwei hochkarätigen und viel versprechenden Talenten, die zu neuen Ufern aufbrechen. 400-m-Läufer Manuel Ilg (TSV Hüttlingen), der Sohn von Hindernis-Olympiasieger Patriz Ilg, erlag den Lockrufen des VfL Sindelfingen. Jennifer Klein (LG Brenztal), die deutsche Jugendmeisterin im Hochsprung, zog es – auch aus Studiengründen – zur MTG Mannheim.

So mancher Beobachter wunderte sich in den letzten Wochen über ein fremdes Gesicht, das immer wieder im Trainingsbetrieb der LG Staufen auftaucht. Dass sich der Weitspringer Stefan Köpf häufig in der Nähe der hübschen Unbekannten aufhielt, gab natürlich Anlass zu Spekulationen. Jetzt darf das Geheimnis gelüftet werden. Es handelt sich um die Schweizer WM-Teilnehmerin im Siebenkampf, Simone Oberer.

Gefunkt hat es zwischen den beiden am 1. Juni bei der „Golden Roof Challenge“ in Innsbruck, dem Marktplatzspringen unter dem berühmten Goldenen Dachl in der Altstadt. Normalerweise wären ja beide dort gar nicht am Start gewesen. Aber dann erreichte Stefan Köpf ein Anruf von Landestrainer Tamas Kiss: „Kannst Du in Innsbruck springen? Kofi Amoah Prah und Peter Rapp haben sich verletzt!“ Auch Simone Oberer wurde gebeten, für eine andere Athletin einzuspringen.

Die Veranstaltung selber war dann jedoch ziemlich verregnet. Die Schweizerin gewann den Weitsprung in für sie mäßigen 5,93 m. Der Igginger wurde Vierter mit nur einem gültigen Versuch von 7,01 m und stattete kurz darauf seiner neuen Bekanntschaft in Basel einen Besuch ab. Die studiert dort sehr erfolgreich Chinesische Medizin mit dem Berufsziel „Dipl.-Akupunkteurin“. 

Wie kommt man zu so einer doch etwas ausgefallenen Berufswahl? „Meine Mutter ist Expertin für Kinesiologie. Und mich hat die Akupunktur schon immer fasziniert. Meine Kolleginnen lassen sich jetzt schon alle von mir behandeln.“

Da liegt es natürlich nahe zu fragen, wie es um die Aussichten einer Olympiateilnahme in Peking bestellt ist: „Ein paar Brocken Chinesisch kann ich schon. Dem Schweizer Olympiakader gehöre ich auch an. Aber ich muss natürlich die Norm von 6000 Punkten schaffen. Das traue ich mir zu.“

Simone Oberer hat schon einiges erlebt in ihrer Karriere. International trat sie zum ersten Mal 1999 bei den Junioreneuropameisterschaften in Erscheinung, wo sie im Siebenkampf Sechste wurde. 2001 wurde sie dann erstmals bei den Aktiven Schweizer Meisterin. 2002 nahm sie in München an der Europameisterschaft teil und belegte Rang 22. Im Jahr darauf wurde sie Siebte bei der Universiade. 2005 wurde sie bei dieser Veranstaltung sogar Vizestudentenweltmeisterin. Bei der WM in Helsinki folgte Platz 18.

2006 war ihr bisher erfolgreichstes Jahr. Als Zwölfte der EM in Göteborg war sie beste Athletin ihres Landes und wurde prompt zur „Schweizer Leichtathletin des Jahres“ gewählt. In der Bruthitze von Osaka gab es schließlich bei der diesjährigen WM wie seinerzeit in München Rang 22.

Ihre persönliche Bestleistung im Siebenkampf stellte sie 2005 im österreichischen Mehrkampf-Mekka Götzis mit 6052 Punkten auf. Bemerkenswert sind ihre persönlichen Bestleistungen: 200 m 25,00 – 800 m 2:13,47 – 100 m Hürden 13,63 – Hoch 1,84 m – Weit 6,49 m – Kugel 13,05 m – Speer 40,90 m.

Die sportlichen Ziele von Simone Oberer sind noch lange nicht ausgereizt: „Nach Peking lockt natürlich die WM 2009 in Berlin. Auch die nachfolgende EM in Barcelona wäre reizvoll für mich. Und irgendwann möchte ich schon noch den Schweizer Landesrekord von 6265 Punkten brechen. Den hält nämlich ausgerechnet meine Trainerin Corinne Schneider di Tizio.“

Die ambitionierte Athletin gehört dem LC Zürich an, dem sicher finanzkräftigsten Leichtathletikverein in der Schweiz. Da kommt ein Wechsel zur LG Staufen wahrscheinlich nicht in Frage: „(lacht) Das wohl nicht; aber bei uns in der Schweiz gibt es ein Zweitstartrecht. Wenn das bei Euch auch möglich ist und Ihr könnt mich brauchen, dann stehe ich zur Verfügung, wenn es in meine Wettkampfplanung passt.“

Ansonsten fühlt sie sich in der Igginger Sportlerfamilie Köpf sehr gut aufgehoben. Die Ostalb gefällt ihr sehr gut: „Schließlich bin ich auch auf dem Land aufgewachsen!“
Und wie läuft es zur Zeit bei ihrem Freund Stefan? Der süddeutsche Vizemeister im Weitsprung studiert normalerweise an der Uni Stuttgart für das Lehramt an Gymnasien (Deutsch und Geschichte). „Augenblicklich absolviere ich am Heubacher Rosenstein-Gymnasium ein Praktikum. Es macht viel Spaß! Und im Training läuft es hervorragend. Die Werte sind optimal.“

Das Paar hat bereits eine Wette abgeschlossen: „Wenn Stefan in der kommenden Hallensaison nicht mindestens anderthalb Meter weiter springt als ich, muss er mich zu einem Gala-Essen ausführen!“ Dazu sollte man wissen, dass ihre Hallenbestleistung 6,30 m beträgt. Stefan Köpfs Freiluftrekord steht bei 7,64 m. Nach Adam Riese müssten also jetzt 7,80 m angepeilt werden. Das dürfte nicht ganz einfach werden. Aber die Liebe verleiht ja bekanntlich Flügel…

 

Wie im vergangenen Jahr weist die LG Staufen auch 2007 in der deutschen Bestenliste der Aktiven neun Nennungen auf. Allerdings haben sich die Gewichte verschoben: Standen 2006 noch vier Männer und fünf Frauen unter den Top 50, waren es heuer gleich sieben Vertreter des starken und nur zwei des „schwachen“ Geschlechts.

Nach wie vor dünn ist die LG in den Laufdisziplinen aufgestellt. Lediglich die 4 x 100-m-Staffel (Steffen Schleicher, Stefan Köpf, Jochen Michl, Matthias Barth) konnte sich bei den Männern mit ihren 42,35 Sekunden von Kehl auf Rang 34 durchsetzen. Mit den bärenstarken 7,64 m, in Saarbrücken erzielt, nahm der süddeutsche Vizemeister Stefan Köpf im Weitsprung die 13. Position ein. 7,21 m bescherten Matthias Barth zudem Rang 46. Der Bettringer kam als einziger auch noch zu einer dritten Platzierung: Im Dreisprung errang der baden-württembergische Juniorenmeister mit 14,70 m einen ansehnlichen 19. Rang.

Eine Paradedisziplin der LG ist das Hammerwerfen. Als Elfter schaffte der baden-württembergische Meister und Dritte der Deutschen Juniorenmeisterschaften, Alexander Ziegler, mit seinem Regionalrekord von 66,22 m die beste Platzierung überhaupt. Dirk Rösiger, Vizemeister im Ländle, kam auf 56,24 m und Rang 30. Erstaunlich, dass Patrick Hess im Speerwerfen nicht nur im ersten B-Jugend-Jahr bereits in seiner Altersklasse Landesmeister wurde, sondern auch mit dem 800-g-Gerät so gut zurecht kam, dass er bei den „Großen“ mit den 65,62 m bereits an 38.Stelle gelistet wurde!

Bei den Damen muss festgehalten werden, dass wir zur Zeit keine echte „Ü 20-Frau“ haben, die den Durchbruch geschafft hat. Die beiden Nennungen in der Aktivenliste sind ausschließlich Jugendlichen zu verdanken. So erreichte die aus einer A- und drei B-Jugendlichen zusammengesetzte 4 x 400-m-Staffel (Christine Schnur, Svenja Sickinger, Alexandra Kitzenmaier, Lea Saur) mit hervorragenden 3:55,62 Minuten Platz 26 bei den Älteren. Laura Geyer, die Vierte der Deutschen A-Jugend-Meisterschaften im Dreisprung, belegte mit den 12,28 m von Annecy Rang 21.