LG_Staufen_Ziegler250807b.jpg

Nahezu optimal verliefen die 64. Deutschen Juniorenmeisterschaften im Sportpark Hannover für die LG Staufen. Dass alle drei Teilnehmer den Endkampf erreichen und Hammerwerfer Alexander Ziegler sogar Bronze mitnehmen würde, war im Vorfeld nicht für möglich gehalten worden.

Glänzend organisiert wurden in der niedersächsischen Landeshauptstadt die nationalen Titelkämpfe für die U 23-Elite. Die gute Stimmung übertrug sich auch auf die rot-weiße Truppe. Erste Disziplin war aus Sicherheitsgründen wie üblich das Hammerwerfen. Alexander Ziegler begann den Wettkampf mit beruhigenden 61,30 m; denn damit war die Teilnahme am Endkampf bereits so gut wie sicher. Die Konkurrenz schwächelte diesmal erstaunlicherweise: Es gab ungültige Versuche wie noch selten zuvor.

Ganz anders der baden-württembergische Meister: Im zweiten Durchgang zauberte der 20-Jährige grandiose 66,22 m hervor und übertraf damit seinen erst zwei Wochen alten ostwürttembergischen Rekord um 34 Zentimeter! Damit war er plötzlich ein Medaillenkandidat. Die nächsten beiden Würfe machte Ziegler ungültig, nachdem der Hammer den Käfig gestreift hatte. Im fünften und sechsten Versuch erreichte er respektable 63,86 m und 65,83 m. Lediglich von dem Rehlinger Andreas Sahner (68,20 m) und dem Leverkusener Kamilius Bethke (67,35 m) wurde er noch übertroffen. Keine Chance hatte diesmal der zweite Junioren-WM-Teilnehmer Benjamin Hedermann, der mit 63,78 m auf Platz 7 landete.

Trainer Fred Eberle freute sich diebisch darüber, dass sein Schützling einigen Arrivierten das Fürchten lehrte. Er wies darauf hin, dass Ziegler zwei Jahre jünger als die beiden vor ihm liegenden Athleten ist und wesentlich schlanker als die meisten seiner Konkurrenten. Besonders optimistisch stimmte ihn jedoch die Tatsache, dass sich der Abiturient mit seiner ausgefeilten Technik vor niemand verstecken muss: „Da ist noch großes Potenzial vorhanden!“

Die Sensation schlechthin war jedoch der achte Platz von Kugelstoßer Benedikt Englert. In der Meldeliste an 15. Stelle stehend, war er in der Vorschau noch als chancenlos eingestuft worden, was den Waldstetter offensichtlich mächtig ärgerte. Gleich im ersten Versuch ließ er seiner Wut freien Lauf und katapultierte die Eisenkugel auf glänzende 14,93 m hinaus, 24 cm weiter als die bisherige Saisonbestweite. Nachdem vor allem die Drehstoßtechniker reihenweise Probleme bekamen und schon im Vorkampf scheiterten, legte Englert noch 14,29 m und 14,63 m nach und stand plötzlich zu aller Überraschung im Endkampf.
Hier versuchte er nun, um jeden Preis die 15-m-Marke zu übertreffen. Der 22-Jährige Student an der schweizerischen Hochschule St. Gallen ging volles Risiko; denn er hatte nichts mehr zu verlieren. Dass sämtliche drei Versuche ungültig gegeben wurden, nahm er nicht tragisch. Der achte Platz war mehr, als er sich erträumen konnte. Fred Eberle konnte nur den Kopf schütteln: „Der Bene wiegt bestimmt 15 Kilo weniger als seine Gegner im Durchschnitt. Aber jetzt konnte er wenigstens einmal vierzehn Tage am Stück gut trainieren.“ Ex-Staufen-Athlet Tobias Hepperle (VfB Stuttgart) wurde übrigens mit 16,49 m Fünfter.

Nicht unbedingt seinen besten Tag erwischte Matthias Barth im Weitsprung. Mit 6,58 m verkaufte er sich weit unter Wert und kam auf Platz 13. Wieder einmal hatte der Bettringer das Problem, den Balken zu treffen. Besser lief es tags darauf im Dreisprung. Hier gelangen dem süddeutschen Juniorenmeister im zweiten Durchgang gute 14,20 m. Damit belegte er einen ehrenvollen achten Rang. 2006 war er übrigens mit 14,10 m Siebter geworden. Trainer Lutz Dombrowski zeigte Verständnis: „Man merkt Matthias nun einfach die Strapazen einer langen Saison an. Zudem musste er jetzt wieder zu arbeiten anfangen.“ Absolut zufrieden zeigte sich vor Ort auch LG-Sportwart Ralf Hepperle mit dem Abschneiden seiner Jungs.

 

Ein Titelgewinn und fünf Vizemeisterschaften waren die Ausbeute der LG Staufen bei den württembergischen Seniorenmeisterschaften im Weinort Flein. Für den einzigen Sieg sorgte Hochspringer Jürgen Volkert in der Altersklasse M 65.

Der Hallenweltmeister von 2006 zeigte seine Klasse mit übersprungenen 1,42 m. Sein einziger ernsthafter Konkurrent Günter Braun (TSV Crailsheim) musste nach 1,39 m passen. Nach längerer Pause trat in der Klasse M 60 Langstreckler Heinz Hämmerer wieder in Aktion. Mit 19:56,51 Minuten wurde er über 5000 m Zweiter.
In der Altersklasse M 80 wurde der unverwüstliche Rudolf Patzner sowohl über 100 m in 18,87 Sekunden als auch im Weitsprung mit 3,12 m Vizemeister. Im Speerwerfen war der Lorcher leider einziger Teilnehmer. Mit 22,81 m überzeugte er jedoch auch in seiner Lieblingsdisziplin.

Bei den Frauen startete Edeltraud Strasdas, die Europameisterin von 2006, in der Klasse W 65 auf der 100-m-Distanz. Die Form des Vorjahres war nicht mehr da. Mit 17,05 Sekunden kam sie nicht über den vierten Platz hinaus. Besser lief es im Kugelstoßen (8,60 m) und im Diskuswerfen (19,11 m), wo sie jedes Mal Vizemeisterin wurde.

 

 

Mit fünf Athletinnen und Athleten war die LG Staufen beim 3. Feriensportfest im Weinort Flein vertreten. In der Männerklasse trat 800-m-Regionalmeister Steffen Hauser diesmal auf der 1000-m-Strecke an, wo er sich als Zweiter mit 2:45,42 Minuten gut verkaufte.

Im 100-m-Sprint der weiblichen Jugend A wurde Christine Schnur Dritte. Mit hervorragenden 12,74 Sekunden bei optimaler Windunterstützung von 1,8 m/sec unterbot sie ihre persönliche Bestzeit um 15 Hundertstel. Ein weiterer Hausrekord gelang der Straßdorferin über 400 m. Hier verbesserte sie sich von 61,59 auf 60,86 Sekunden und wurde Zweite. Alexandra Heyd kam auf den fünften Platz. Sie verfehlte mit 62,32 Sekunden ihre Bestzeit nur knapp.

Bei der weiblichen Jugend B hatten die Sprintgegnerinnen von Isabell Blumenstock keine Chance. Die Waldstetterin gewann sowohl die 100 m in 13,59 als auch die 200 m in 27,42 Sekunden unangefochten. Gänzlich ohne Konkurrenz blieb Technikerin Annika Seidel. Insofern sind ihre 9,31 m im Kugelstoßen und ihre 29,22 m im Diskuswerfen schon bemerkenswert.

 

LG_Staufen_Lueder180807b.jpg

Mit persönlicher Bestleistung von 12,14 m holte sich Cassandra Lüder (LG Staufen) bei den süddeutschen B-Jugend-Meisterschaften, die parallel zu den Aktiven in Saarbrücken ausgetragen wurden, überraschend die Silbermedaille im Kugelstoßen.

Nachdem Patrick Hess, Medaillenkandidat im Speerwerfen, urlaubsbedingt absagen musste, vertraten lediglich zwei Mädchen die LG Staufen bei dieser Veranstaltung. Gespannt war man, was Svenja Sickinger über 800 m zu bieten hatte nach ihrem furiosen Lauf bei den deutschen Meisterschaften. Anstatt wie üblich vorneweg zu laufen, wollte man diesmal ein taktisches Rennen versuchen. Die DM-Neunte blieb diesmal also brav im Feld. Leider gab es aber ein Bummelrennen. Als es dann zum Endspurt kam, konnte sie nicht mehr mit den Vorderen mithalten. Mit 2:20,47 Minuten wurde Svenja Sickinger immerhin noch Vierte. Trainer Lutz Dombrowski gab sich einsichtig: „Das war mein Fehler! Svenja ist noch keine Spurtläuferin; sie soll in Zukunft wieder ihr eigenes Tempo im Rennen laufen.“

Mehr Grund zur Freude hatte der Coach im Kugelstoßen. Cassandra Lüder, die Fünfte der süddeutschen Hallenmeisterschaften, begann mit hervorragenden 12,00 m. Im dritten Versuch flog das 4-kg-Gerät auf glänzende 12,14 m hinaus, fünf Zentimeter weiter als die bisherige Bestleistung der Bettringerin. Auch die 12,11 m und die 11,99 m in den letzten beiden Durchgängen unterstrichen das angehobene Niveau der Regionalmeisterin. Hinter Carina Angeli (TSV Sandhofen), die mit 12,31 m siegte, wurde Cassandra Lüder so ziemlich unerwartet Vizemeisterin. 


 

LG_Staufen_Koepf_180807b.jpg

Mit Silber für Weitspringer Stefan Köpf und Bronze für Hammerwerfer Alexander Ziegler erreichten die Athleten der LG Staufen bei den süddeutschen Meisterschaften in Saarbrücken nahezu eine optimale Medaillenausbeute.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zur 50-jährigen Zugehörigkeit des Saarlandes zur Bundesrepublik erlebten die Leichtathleten in der Landeshauptstadt eine perfekt organisierte Veranstaltung, bei der sich die Organisatoren im Stadion am Kieselhumes unwahrscheinlich viel Mühe gaben, um alle Teilnehmer zufrieden zu stellen. Bei Matthias Barth gelang das an diesem Tag allerdings nur bedingt. Schon beim 100-m-Vorlauf (11,39) wirkte er etwas müde. Auch im Weitsprung (Zwölfter mit 6,86 m) merkte man dem Bettringer fehlende Spritzigkeit an. Im Dreisprung mangelte es an der Feinabstimmung, so dass der süddeutsche Juniorenmeister mit 14,22 m auf Platz 5 und nicht in die Medaillenränge kam.

Stefan Köpf kämpfte sich im 200-m-Vorlauf mit 22,24 Sekunden überraschend ins Finale durch, wo er bei 1,9 m/sec Gegenwind mit guten 22,05 Sekunden Sechster wurde. Der 4 x 100-m-Staffel (Nils Wacker, Köpf, Jochen Michl, Barth) gelang es nicht ganz, an ihr Ergebnis von Kehl anzuknüpfen. Nach einem verpatzten letzten Wechsel musste man sich mit 43,08 Sekunden und Rang 8 begnügen.

In eine großartige Form steigert sich zum Ende der Saison Mittelstreckler Tilman Utz. Nachdem er schon am Mittwoch bei einem Abendsportfest an seinem Studienort Wien mit prächtigen 48,79 Sekunden überzeugte, lief er nun in Saarbrücken ein taktisch ausgezeichnetes 800-m-Rennen. Am Ende wurde der 28-jährige Straßdorfer zwar „nur“ Siebter, hatte jedoch mit glänzenden 1:52,65 seine persönliche Bestzeit um 13 Hundertstel unterboten.

Eine Galavorstellung bot Stefan Köpf im Weitsprung. In den ersten beiden Durchgängen stimmte der Anlauf noch nicht. Der dritte Versuch (7,36 m) ging dann schon in die richtige Richtung. Im Endkampf explodierte der Igginger dann geradezu. Mit grandiosen 7,64 m verbesserte der Regionalmeister seinen Hausrekord um acht Zentimeter. Das war natürlich eine Kampfansage an Peter Rapp, der wegen seiner Nichtnominierung für die WM ziemlich frustriert wirkte. Der Tübinger konterte jedoch postwendend mit 7,79 m und gewann damit den Wettkampf. Hinterher bedankte er sich bei seinem Kontrahenten mit den drastischen Worten: „Danke, dass du mich in den A… getreten hast!“ Dieser bewies im fünften Durchgang mit einem weiteren Satz auf 7,62 m, dass ihm die Silbermedaille zu Recht gebührte.

Für die zweite LG-Medaille sorgte Alexander Ziegler im Hammerwerfen. Der baden-württembergische Meister lieferte sich ein spannendes Duell mit dem Lokalmatador Andreas Sahner um Platz 2. Von 62,93 m im zweiten Versuch steigerte er sich im vierten Durchgang auf 64,25 m und lieferte anschließend mit 63,55 m und 64,10 m weitere Würfe in ähnlicher Preislage ab. Damit konnte der Eberle-Schützling zwar Sahner nicht mehr abfangen, wurde jedoch mit Bronze belohnt.

Einzige LG-Vertreterin bei den Frauen war Stabhochspringerin Carolin Suckel. Die Ex-Hamburgerin ließ 3,00 m aus und überquerte auf Anhieb die 3,10 m. Dass sie danach dreimal an 3,20 m scheiterte, konnte die Regionalmeisterin kaum fassen. Sie war untröstlich, dass sie die gute Form, die sie im Training zur Zeit zeigt, nicht wettkampfmäßig umsetzen konnte und nur Zehnte wurde.

Mit hervorragenden 48,94 m verbesserte Saskia Rösiger (LG Staufen) bei einem Hammerwurf-Meeting in Ludwigsburg-Oßweil den von ihr selbst vor drei Monaten aufgestellten ostwürttembergischen Rekord in der Schülerinnenklasse W 15 um neun Zentimeter.

Weitere vier Würfe der süddeutschen Meisterin gingen deutlich über die 46-m-Marke hinaus. Die Gmünderin wird den WLV am 15. September in Pfullingen beim Schüler-Länderkampf gegen Bayern und Hessen vertreten. Zwei zwölfjährige Mädchen gaben bei den Schülerinnen B ihr Wettkampfdebüt mit dem Hammer. Dabei gelangen Iris Kerker 14,63 m, Franziska Abele 13,60 m.

Dirk Rösiger gewann den Männer-Wettbewerb mit 52,04 m vor Lokalmatador Uli Müller mit 50,98 m. Tags zuvor hatte der baden-württembergische Vizemeister in Heidenheim noch 53,66 m erzielt. Seine Schwester Saskia, die auch von ihm trainiert wird, hatte hier schon mit 47,24 m ihre gute Form angedeutet.