Lange Zeit mussten die Athleten der LG Staufen nach der Sommerpause auf den nächsten Wettkampf warten. Mit den Vereinsmeisterschaften 2023 in der Großsporthalle wurde wie so oft in der Vergangenheit die kommende Hallensaison eröffnet. Von den kleinsten Sportlern der U10 und U12, die sich im Drei- oder Vierkampf bewiesen, über die Jugend in den Einzeldisziplinen bis zu den Aktiven lieferte die Athleten der LG Staufen dabei tolle Leistungen ab. Hervorzuheben ist der starke Auftritt von Leon Hofmann, der im Weitsprung und 50m-Sprint jeweils den Hallenrekord verbesserte.

Gruppenfoto aller LG-Athleten und Trainer

Geballte rot-weiße Leichtathletikpower

Mit über 100 aktiven Teilnehmern und vielen Helfern, Trainern und Zuschauern war der untere Teil der Großsporthalle gut gefüllt und erzeugte eine stimmungsvolle Atmosphäre. Am morgen kämpften die Jüngsten bis zu den Altersklassen der W12 und M12 um Bestleistungen, entweder im Dreikampf, der 30m, Zonenweitsprung und Medizinballstoßen enthielt oder dem Vierkampf, bei dem die Sprintdistanz auf 50m verlängert wurde und der Hochsprung mit dazu kam. Nach einem gemeinsamen Gruppenbild aller aktuellen Athleten, Trainer und Betreuer gingen nachmittags die Altersklassen der U16 bis zu den Aktiven an den Start. Hier konnten die Athleten gemeinsam mit ihren Trainern entscheiden, in welchen Disziplinen gestartet werden soll. Mit der auf 50m verkürzten Sprintstecke, dem Kugelstoßen, Hoch- und Weitsprung gab es einiges an Auswahl, was der ein oder andere auch nutzte, um sich auch mal in anderen Disziplinen zu beweisen.

Neben vielen persönlichen Bestleistungen und Verbesserungen zu den Vorjahresleistungen war vor allem die Leistung von Leon Hofmann ein besonderes Highlight. Zwar startet der Nachwuchsathlet in der kommenden Hallensaison in der Jugend U20, seine Leistungen im Jahr 2023 fallen jedoch noch unter die Kategorie der Jugend U18. Mit 6,87 Metern knackte er damit den fast 35 Jahre alten Hallenrekord, aufgestellt mit 6,74 Metern von Jürgen Stadelbauer (LG Filstal) am 21. Januar 1989. Aber auch im 50m-Sprint war Hofmann nicht zu bremsen, hier holte er sich nicht nur die Bestmarke in der U18, mit 6,23 Sekunden ebenfalls von Jürgen Stadelbauer aufgestellt, und der U20, 6,15 Sekunden von Jürgen Slabon (LG Filstal) sonder er zog mit seinen 6,06 Sekunden auch dem Rekord der Männer gleich, den sein Vereinskamerad Moritz Kindel im Jahr 2017 aufstellte.

Modische Entwicklung der LG

Modische Entwicklung der LG

Insgesamt waren die Trainer aller Teilvereine sehr zufrieden mit den Ergebnissen ihrer Schützlinge, obwohl es aufgrund der alternden Lautsprecheranlage im unteren Teil der Halle ab und an zu Verwirrungen für die Athleten gab, weil die Ausgabe der Ergebnisse nur sehr verzerrt wiedergegeben werden konnte. Neben dem gut organisierten Wettkampf und Catering gab es während der Veranstaltung auch Historisches zu betrachten, da vor der Essensausgabe ein Großteil aller bisherigen Wettkampfkleidungen der LG Staufen von den Gründungsjahren bis heute ausgestellt wurde. Im Anschluss an den Wettkampf wurden die Prämien für die diesjährigen Spitzenleistungen ausbezahlt und bei einem gemütlichen Abendessen ließ man den Tag ausklingen, untermalt mit den Highlights der gesamten Saison.

Großer Jubel bei der LG Staufen. Das Mixed-Team der Jugend U16 holte sich bei den württembergischen Meisterschaften in Balingen überraschend den Titel. Die elf Nachwuchsathleten der LG Staufen glänzten zum Saisonabschluss mit starken Leistungen und durften sich wohlverdient über den Meistertitel freuen.

Das U16-Team mit Siegermedaillen

Das erfolgreiche U16-Team mit den Siegermedaillen

Der Termin der Teammeisterschaften Ende September stellt jedes Jahr eine besondere Herausforderung dar. Für Trainer und Athleten. Für eine optimale Vorbereitung auf den Wettkampf ist das Training auch während der Sommerferien unverzichtbar. Und dann am Wettkampftag verderben häufig Nieselregen und herbstliche Temperaturen alle Ambitionen auf gute Leistungen.

Dieses Jahr war alles anders. In Balingen am Fuße der Zollernalb herrschte allerfeinstes Leichtathletikwetter. Und das LG-Staufen-Trainerteam um Lutz Dombrowski, Kerstin Brunner, Frederika Baier und Moritz Kindel hatte die Jungs und Mädchen auf den Punkt vorbereitet.

Wenn sonst alles passt, was geht dann schief? An diesem Tag nichts. Es lief für das LG-Team alles wie am Schnürchen. Ungewöhnlicherweise starteten die U16 mit den 4×100-m-Staffeln in den Tag. Nach sauberen Wechseln kam das Quartett mit Devin Otto, Jakob Westenburger, Naomi Baumann und Emilia Fink nach 50,80sec ins Ziel. Nur das Team aus Schmiden war eine Idee schneller.

So durfte es gerne weitergehen. Über die 80m Hürden etwa. Nach einem blitzsauberen Lauf und 12,18 Sekunden stürmte Jakob Westenburger ins Ziel. Die schnellste Zeit unter allen Mixed-Team-Läufern. Clara Boxriker steuerte mit guten 13,88s weitere wichtige Punkte für das Team bei. Über die 100m lieferte Naomi Baumann 13,33s ab, für Otto Devin zeigten die Uhren 12,82s. Mirja Wahl (14,01s) und Hannah Schmeiser (14,60s) sicherten das Ergebnis ab.

Für jede Menge Punkte und eine neue persönliche Bestleistung sorgte Emilia Fink im Hochsprung: im dritten Versuch schaffte sie hervorragende 1,52m. Das konnte sich sehenlassen und wurde von keiner anderen Springerin übertroffen. Bei den Jungs sprang Otto Devin ebenfalls gute 1,52m.

Fast ebenso gut lief es im Weitsprung. Naomi Baumann kann zwar mehr, aber ihre 4,85m waren schon ein Wort. Auch Clara Boxriker durfte mit ihren 4,54m mehr als zufrieden sein. Mit seinen 5,43m konnte Jakob Westenburger seinerseits sogar eine Bestmarke setzen. Otto Devin war mit 5,29m kaum schlechter, kam aber als zweiter Mann nicht in die Punkteaddition.

Im Kugelstoß stellten sich Maurice Schnelle (10,10m) und Naomi Baumann mit persönlicher Bestweite (10,35m) in den Dienst der Mannschaft. Lisa Wagenblast lieferte mit guten 9,62m ebenfalls eine solide Leistung ab.

Lisa sorgte dann mit ihren 20,62m im Diskuswurf für weitere Teampunkte. Ein paar Meter weiter schleuderte Jakob Westenburger die Scheibe (28,80m), Maurice Schnelle kam hier auf 26,22m.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt einen Blick auf den Punktestand der Teams geworfen hatte, war im Bilde: das Team der LG Staufen lag in Führung. Konnte das wirklich sein? Noch lagen die anderen Teams aber nur wenige Punkte entfernt. Es war nichts entschieden.

Für das rot-weiße Team gingen Clara Boxriker, Mirja Wahl, Lia Manlova und Maurice Schnelle ins abschließende 800m-Rennen. Maurice kämpfte sich bei den Jungs nach guten 2:45,31min. ins Ziel. Und bei den Mädchen? Mit neuer Bestleistung und Tagesbestzeit unter allen Läufern absolvierte Clara Boxriker die beiden Stadionrunden. 2:22,25min. zeigte die Zeitmessung. Eine wirklich fabelhafte Zeit. Und auch Mirja Wahl (2:46,25min) und Lia Manlova (2:53,52min) waren unter den schnellsten Läuferinnen. Das gab natürlich viele Punkte.

Und am Ende reichte es: insgesamt 8.118 Punkte standen auf dem LG-Konto. Das war der erste Platz! Eine Steigerung von über 800 Punkten im Vergleich zum Qualifikationswettkampf im Juli. Und 250 Punkte mehr als das Team auf Platz 2.

Im Ergebnis ein riesiger Erfolg mit dem die Mannschaft endlich an die langjährige Tradition der siegreichen LG-Staufen-Jugendteams früherer Jahre anknüpfen konnte. Und das hochverdient: dieser württembergische Meistertitel ist schlicht das Resultat eines engagierten Trainerteams, motivierten Athleten und vor allen Dingen einer tollen Mannschaftsleistung, für die alle elf Athletinnen gleichermaßen wichtig waren. Eigentlich ganz einfach, wenn alles zusammenkommt.

Saisonhöhepunkt für den Leichtathletiknachwuchs sind traditionell die württembergischen Teammeisterschaften. Mit dabei: das U14-Team der LG Staufen. Die Mädchen der LG hatten sich mit einer starken Punktzahl die Final-Teilnahme gesichert. Nun galt es sich unter den besten Mannschaften des Landes zu behaupten. In Tuchfühlung zur Spitzengruppe landeten die Staufen-Mädchen am Ende auf einem sehr beachtlichen fünften Platz.

Das LG-Team feiert den Erfolg mit einem Sprung

Auch nach der Siegerehrungen hatten die U14-Mädchen noch Kraft für hohe Sprünge!

Das LG-Trainterteam um Kerstin Brunner war mit einem der jüngsten Teams des gesamten Wettkampfs nach Balingen gereist. Viele ihrer Athletinnen gehören noch dem jüngeren Jahrgang 2011 an. Unter den zehn Finalteams aus ganz Württemberg ganz vorne mitzumischen, stand insofern gar nicht auf dem Plan.

Die hochmotivierten Mädchen ließen sich von der Konkurrenz allerdings nicht beeindrucken. Weitspringerin Anna-Sophie Steinbrück sorgte gleich zum Wettkampfbeginn im Weitsprung für Aufsehen. Mit ihren 4,69m legte sie die drittbeste Weite des Tages hin. Unter 46 Springerinnen! Charlotte Stegmaier sorgte mit 4,34 m und neuer Bestleistung für weitere wertvolle Punkte. Und auch Ersatzspringerin Ellen Sibel Özgüner war mit ihren 4,32m kaum schlechter.

Ebenso exzellent lief es im Hochsprung. Hier zeigte Lisann Dangelmaier was sie drauf hat. Gleich im ersten Versuch flog sie über 1,44m. Nur drei andere Springerinnen waren noch besser. Als zweite in der Teamwertung bestätigte Adeline Miller mit guten 1,36m ihre Bestleistung. Das war natürlich ein Start nach Maß und das Staufen-Team befand sich völlig überraschend in der Zwischenwertung der insgesamt zehn Mannschaften in der Führungsgruppe.

Umso ärgerlicher, dass bei den Hürden ausgerechnet im Lauf von Letizia Ranieri und Lea Geibl die Zeitmessung ausfiel. Im Wiederholungslauf passte es bei den beiden dann nicht zu hundert Prozent. Die Uhren zeigten letztlich 11,25s für Letizia und 12,05s für Lea. Für Punkte sorgten hier einmal mehr Anna-Sophie Steinbrück (starke 10,60s) und Lisann Dangelmaier (11,17s).

Und auch über die 75m war Anna-Sophie Steinbrück mit 10,85s die schnellste LG-Sprinterin. Ellen Sibel Özgüner mit 11,01s war nur unwesentlich langsamer. Charlotte Stegmaier (11,42s) und Emily Weidling (12,10s) lieferten die Streichwertungen.

Im Ballwurf konnten die LG-Mädchen leider nicht ganz mit den starken anderen Teams mithalten und büßten einige Punkte ein. Mehr als die 29,50m von Letizia Ranieri und die 28m von Sarah Lindhorst (Adeline Miller kam noch auf 25m, Lea Geibl auf 20,50m) waren an diesem Tag nicht drin.

Und auch die Zeichen für die 800m standen nicht gerade günstig. Clara Meyer-Berge, die auf dem Papier stärkste LG-Läuferin, konnte leider nicht starten. Doch Emily Weidling (2:49,23min) und Sarah Lindhorst (2:51,90min) schlugen sich genauso wie Lilli Moser (2:52,45min.) tadellos. Und sammelten weitere wertvolle Punkte für ihre Mannschaft.

Für die Gesamtwertung kam es also auf die 4x75m-Staffel an. Nachdem die zweite Staffel den letzten Wechsel verpatzte, lag es an Lisann Dangelmaier, Letizia Ranieri, Anna-Sophie Steinbrück und Ellen Sibel Özgüner. Nach sehr guten 41,74s kam das Quartett ins Ziel. Geschafft!

In der Endabrechnung ergab das in der Summe starke 6.291 Punkte und Platz 5. Und das nur denkbar knapp hinter den Teams aus Ulm und Pliezhausen. Nicht einmal 190 Punkte mehr und die U14-Mädchen der LG Staufen wären auf Platz 2 gelandet. Selbst das siegreiche Team aus Schorndorf war in Reichweite. Ein bemerkenswerter Erfolg für die hochmotivierten Sportlerinnen. Und Beweis dafür, was eine gute Vorbereitung und ein toller Teamgeist, möglich machen.  

Als baden-württembergische Meisterin reiste Leona Grimm von der LG Staufen nach Hannover zu den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften. Dort bestätigte sie ihre starken Leistungen der zurückliegenden Saison und stellte zudem einige neue Bestleistungen auf. Am Ende belegte sie den sechsten Rang und war hochzufrieden mit ihrem Abschneiden.

Leona beim 200-m-Lauf

Leona auf dem Weg zur 200-m-Bestzeit

Ende Juli hatte sich Leona Grimm bei den baden-württembergischen Meisterschaften mit einem phantastischen Siebenkampf die Mehrkampfkrone im Ländle geholt. Nun galt es für die Gmünderin, sich in Hannover gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland zu behaupten.

Über die 100m Hürden starteten die Mehrkämpferinnen in den Tag. Dabei erwischte Grimm keinen ganz optimalen Lauf. Dennoch blieb die Uhr im Ziel bei 14,42 Sekunden stehen, nur knapp über ihrer bisherigen Bestleistung. Mit diesem vielversprechenden Einstieg ging es zum Hochsprung. Dort verzeichnete sie kaum Fehlversuche. Erst bei 1,65 Metern kam sie leider nicht mehr über die Latte.

Einen ersten kleinen Dämpfer musste sie im Kugelstoßen einstecken, durch technische Probleme bei der Umsetzung standen für sie am Ende 10,92 Meter zu Buche. Dafür zeigte sie im tagesabschließenden 200m-Lauf ihre neugewonnene Schnelligkeit: Mit 24,90 Sekunden stellte sie über die halbe Stadionrunde nicht nur eine neue persönliche Bestleistung auf, mit dieser Zeit war sie auch die schnellste aller Deutschen Mehrkämpferinnen innerhalb des Siebenkampfes der Frauen.

Am zweiten Tag gestaltete sich der Weitsprung etwas schwierig. Die Gmünderin fand nicht richtig in den Wettkampf. „Die ersten beiden Sprünge waren richtig schlecht, dadurch lastete im dritten Durchgang ziemlich Druck auf mir“, so Grimm. „Wenn der dritte Versuch nicht gepasst hätte, wäre keine gute Platzierung oder Punktzahl möglich gewesen.“ Hier zahlte sich dann das Coaching vom mitgereisten Trainer Moritz Kindel aus, der Cheftrainer Lutz Dombrowski mit Bravour vertrat. Mit 5,65 Metern, einem perfekten Sprung bei gültigem Wind durfte sich Grimm hier über eine neue persönliche Bestleistung freuen.

Auch im Speerwurf nutzte Leona Grimm den Auftrieb aus den bisherigen Disziplinen. Mit dem 600g-Gerät warf sie erstmals über die 40-Meter-Marke und stellte damit die nächste persönliche Bestmarke auf. Vor dem abschließenden 800m-Lauf lag sie wieder auf Bestleistungskurs im Siebenkampf. Zwar zeigte sie in 2:25,82 Minuten den zweitschnellsten Lauf ihrer Karriere, dennoch war sie nicht ganz zufrieden. „Die 800m waren nicht optimal, zwar ist das eine schnelle Zeit, trotzdem ist es am Ende ärgerlich.“. Am Ende lag sie nur 30 Punkte unter ihrer Leistung von den Baden-Württembergischen in Mannheim. Mit ihren 5.330 Punkten belegte sie damit den sechsten Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Und das in ihrem ersten Jahr in der Frauenklasse!

„Ich bin super zufrieden mit meinem Wettkampf“, konstatierte Grimm. „Und die Stimmung im Stadion war super, da in diesem Jahr erstmals alle Altersklassen an einem Wochenende gestartet sind. Dadurch war richtig viel los und die Atmosphäre toll“.

Nun geht es für Leona Grimm in die wohlverdiente Sommerpause, ehe es für sie in einigen Wochen wieder in die Vorbereitung für die Wintersaison geht.

Ergebnisse:
Frauen:
Siebenkampf: 6. Grimm 5.330 Punkte (14,42sek – 1,62m – 10,92m – 24,90sek – 5,65m – 40,42m – 2:25,82min)

Drei Ferientage standen für 60 Kinder ganz im Zeichen der Leichtathletik. Zum dritten Mal hat das Trainerteam der LG ein LA-Camp angeboten und die Resonanz war großartig: 60 begeisterte Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahre wurden dabei im Stadion des Berufsschulzentrums spielerisch an die Grundlagen der Leichtathletik herangeführt.

Gruppenfoto mit Olympiasieger Lutz Dombrowski

Gruppenfoto mit Olympiasieger Lutz Dombrowski

An den ersten beiden Tagen durften die sich Kinder an Stationen in unterschiedlichster Art der Leichtathletik nähern. Alle hatten sichtlich Spaß beim Erlernen und Ausprobieren der vielfältigen Bewegungsformen, doe die Leichtathletik zu bieten hat. Beim Weit- und Hochsprung wurden unterschiedlichste Forme der Sprünge getestet, beim Werfen und Stoßen standen den Nachwuchssportlern von morgen viele unterschiedliche Geräte zur Verfügung. Auch beim Dauerlauf, den Staffelspielen und dem Überlaufen von Hindernissen hatten die Camp-Teilnehmer sichtlich Riesenspaß.

Am dritten Tag stand dann ein kleiner Wettkampf auf dem Programm. Die perfekte Gelegenheit für die kleinen Sportler, um das Gelernte auszutesten.Bei den abschließenden Läufen waren nicht nur viele Eltern zum Anfeuern dabei, auch einige der aktiven Athleten der LG Staufen halfen mit und sorgten für Stimmung. Belohnt wurden die Teilnehmer des Leichtathletik-Camps bei der abschließenden Siegerehrung jeweils mit einer Goldmedaille.

Ein besonderer Höhepunkt war sicherlich auch die von Cheftrainer Lutz Dombrowski mitgebrachte “echte” Goldmedaille, die er 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau im Weitsprung errang.

Das Trainerteam hofft natürlich, dass bei vielen Nachwuchssportlern die Begeisterung zur Leichtathletik geweckt wurde und sie sich zu den Schnuppertrainingseinheiten anmelden.

Mit tollen Einzelleistungen zeigte Mehrkämpferin Leona Grimm von der LG Staufen in diesem Jahr bereits ihre starke Form. Nun galt es bei den Baden-Württembergischen Mehrkampfmeisterschaften, das bisher gezeigte Potential innerhalb eines Siebenkampfs zu präsentieren. Im rot-weißen Dress pulverisierte sie ihre persönliche Bestleistung regelrecht und sicherte sich neben dem Sieg auch die Norm für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften.

Leona Grimm strahlt über ihre Goldmedaille

Leona Grimm strahlt über ihre Goldmedaille

Gemeinsam mit Trainer Lutz Dombrowski reiste Leona Grimm als einzige Athletin der LG Staufen ins Michael-Hoffmann-Stadion nach Mannheim, um sich der Konkurrenz im Ländle zu stellen. Das Ziel war vorab klar festgelegt: Die erstmalige Erreichung der 5.000-Punkte-Marke, sowie die Qualifikation für die DM in Hannover. Bestens vorbereitet und motiviert startete Leona in den ersten Wettkampftag.

Schon in der ersten Disziplin, den 100m-Hürden, verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit deutlich auf 14,39 Sekunden. Dabei übernahm sie direkt die Führung bei den Frauen. Auch im anschließenden Hochsprung konnte sie mit einer starken Leistung überzeugen, mit 1,64 Metern direkt im ersten Versuch gehörte sie auch hier zu den besten Springerinnen des Tages. Dabei stellte sie zudem ihre persönliche Bestleistung ein. Das Kugelstoßen stand als dritte Disziplin auf dem Plan der Mehrkämpferinnen, wieder konnte sie mit einer starken Leistung punkten und ihre Position in der Führungstruppe festigen. Zum Tagesabschluss ging es über die halbe Stadionrunde, bei der Leona Grimm einen furiosen Lauf ablieferte und der Konkurrenz die Fersen zeigte. Mit unglaublichen 24,91 Sekunden kam sie mit fast einer halben Sekunde Vorsprung ins Ziel. Damit schloss sie den ersten Wettkampftag mit einer neuen persönlichen Bestleistung ab und führte das Feld nach vier Disziplinen mit knappen Vorsprung an. „Ich bin super happy nach dem ersten Tag“, konstatierte die Mehrkämpferin der LG Staufen im Interview und fügte hinzu: „So gut war ich Vierkampf noch nie.“.

Mit 3.211 Punkten auf dem Konto startete Leona Grimm dann in den zweiten Tag, los ging es mit dem Weitsprung. Der erste Versuch war gleich richtig weit, leider war er knapp übertreten. Aber auch der zweite Durchgang konnte sich sehen lassen, 5,52 Meter wurden notiert. Im finalen Sprung konnte sie nochmals eine Schippe drauf legen: 5,66 Meter. Leider hatte sie bei diesem Sprung zu starke Rückenwindunterstützung, weshalb die Weitsprungleistung leider nicht als persönliche Bestleistung gewertet werden kann. Im Speerwurf blieb sie dann erstmals bei diesen Meisterschaften unter ihren Möglichkeiten, auch durch das fehlende wettkampfspezifische Wurftraining, bedingt durch die Platzbelegung im Stadion des BSZ durch den Fußball.

Vor dem abschließenden 800m-Rennen führte Leona, doch ihre Konkurrentinnen waren auf Tuchfühlung. Nur wenige Punkte trennte sie von den Mitstreiterinnen. Nun galt es, über die zwei Stadionrunden nochmals alles zu geben und sich den Titel zu sichern. In 2:22,74 Minuten übertraf sie nochmals ihre bisherige Bestleistung um vier Sekunden und hielt damit die Konkurrenz aus Ulm und Metzingen auf Distanz. Nicht nur die Mehrkampfkrone holte sie sich am Ende, auch die Norm für die Deutschen Meisterschaften erfüllte sie mit 5.362 Punkten mehr als deutlich. Damit pulverisierte sie ihren alten Hausrekord und auch Cheftrainer und Stadtsportlehrer Lutz Dombrowski freute sich enorm über die Leistung seines Schützlings: „Seit langer Zeit hat Leona endlich ihr Potential auch im Mehrkampf auf die Bahn gebracht“, resümierte er nach dem Wettkampf. „Und das obwohl sie neben ihrem fünfmaligen Training in der Woche auch noch erfolgreich ein Lehramtsstudium absolviert.“

Für Leona Grimm gilt es jetzt nochmals zu fokussieren, um Anfang September in Hannover gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschlands ihre gezeigten Leistungen zu bestätigen.

Ergebnisse:
Frauen:
Siebenkampf: 1. Grimm 5.362 Punkte (14,39sek – 1,64m – 11,21m – 24,91sek – 5,66m – 37,35m – 2:22,74min)